Der HEE e.V. – Grundgedanke und Philosophie

Viele kennen den Ort Foncebadon. Zwischen Astorga und Ponferada gelegen war er kurz vor dem Ibanetapass und dem Curz de Ferro ein historisch sehr wichtiger Stützpunkt für Pilger. Etliche Klöster hat er beheimatet, ein regionales Konzil fand dort statt und die Bürger dieses Ortes waren befreit von Steuern, so lange sie sich im Winter um die „Stakas“ die Schneestangen kümmerten, und damit den Weg über den Pass begehbar hielten.In den 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts verließen die meisten Bewohner diesen unwirklich, auf über 14hundert Meter hoch gelegenen Ort, das Leben war zu beschwerlich, andere Regionen und der aufkommende Tourismus versprachen mehr Einkommen und Wohlstand. Nur Maria, eine Bäuerin mit ihrem Sohn blieb dort und spielte seitdem dort eine wichtige Rolle. Im Laufe der Jahre verfielen die Häuser zu Ruinen, Maria nutzte sie als Kuh- Ziegen und Schafställe und die inzwischen zerfallene Kirche war den Stieren vorbehalten.
Durch diesen Ort führt der Pilgerweg, jeder muss ihn durchqueren, der hinunter ins Bierzo und in Richtung Galizien will.
Die heilende Wirkung des Pilgerweges und die Erlebnisse und Erfahrungen mit den vielen jungen Menschen auch der Erziehungshilfe auf dem Camino de Santiago beflügelten die Idee, genau an diesem Ort ein Haus zu bauen, in dem jungen Menschen, die in Krisen sind, Erholung und Ruhe, Rückzug und Schutz, Begegnung und Hoffnung erfahren sollen.

Die Idee eines „Europäischen Hauses der Begegnung für sozial benachteiligte junge Menschen“ entstand. Der Bischof von Astorga stellte uns das Grundstück des alten Pfarrhauses dafür zur Verfügung.
In unzähligen kleinen Projekten mit Jugendlichen wurde dann 5 Jahre lang den Schutt beseitigt und den Platz frei gemacht für einen Neubau.
Mit vierzehn profilierten Einrichtungen des BVKE wurde eine Trägerstruktur gegründet, die sich seit 7 Jahren dafür engagiert, die nötigen Finanzen zu akquirieren, damit dieses Haus entstehen konnte. Inzwischen haben wir es, durch die Mithilfe vieler, unter anderen auch der Familie Mack vom Europa Park, geschafft und konnten im Mai 2015 mit dem Bischof von Astorga und anderen Würdenträgern die Einweihung feiern.
Das Begegnungs- und Kontemplationshaus ist konzipiert wie ein kleines Kloster. Neun kleine Klausuren stehen den jungen Menschen und ihren Begleitern zur Verfügung. Ein kleiner Meditationsraum dient als geistliches Zentrum und der Speise- und Aufenthaltsraum, sowie die offene Küche sind die sozialen Zentren dieses Hauses. Ein Kommunikationsraum mit Bibliothek bedient das Bedürfnis, mit der Welt Kontakt zu halten und eine kleine Wohnung nebenan wird einem Herbergsvater oder einer Herbergsmutter ähnlich eines Priors oder einer Priorin Wohnstatt geben, Anlaufpunkt, Ohr und Auge, Herz und Seele für die jungen Menschen zu sein, die Hilfe brauchen.
Kommen kann jeder junge Mensch, der in Not ist, immer in Begleitung eines Erwachsenen, der die Jugendlichen vor Selbst- oder Fremdgefährdung schützt. Alle Nationalitäten und junge Menschen aller Kulturen und Religionen sind willkommen. Kommen können natürlich auch Erwachsene, zu allererst aus den Einrichtungen des HEE e.V., die Ruhe, Kontemplation und Rückzug benötigen. Die Kosten werden nur den Verbrauch decken, alles andere geschieht ehrenamtlich und die jungen Menschen müssen sich selbst versorgen.
Foncebadon wird langsam wieder ein prosperierender Ort. Nachdem die Kirche restauriert war, kehrten Restaurants, ein Hotel mehrere Herbergen zurück und etliche ehemalige Bewohner bauen die Ruinen zu schicken Häusern aus, die dann in den warmen Jahreszeiten als Sommerresidenz dienen. Diese Metamorphose ist für uns, die wir dieses Haus initiiert haben ein wunderbares Zeichen und eine große Motivation. Manches muss wohl erst sterben, bevor es neu leben darf – eine Weisheit, die schon im Alten Testament geschrieben steht. Es ist aber auch ein äußerst positives Zeichen für die jungen Menschen, die in Zukunft das Angebot dieses Hauses nutzen werden. Die Entwicklung dieses verlassenen Ortes könnte ein Beispiel für das eigene Leben werden. Aus verlassenen Ruinen entsteht etwas Neues, Konstruktives und Hoffnungsvolle, es ist nur wichtig daran zu glauben und aktiv etwas dafür zu tun.

Das Haus

Das Europäische Haus der Begegnung (Hogar Europeo de Encuentro) befindet sich in Foncebadon (Spanien) direkt auf dem Camino de Santiago. Es soll jungen Menschen zwischen 16 und 21 Jahren, unabhängig von Geschlecht, Nationalität oder Religion [in Spanisch zusätzlich: …, die auf dem Jakobsweg unterwegs sind,…]
die Gelegenheit geben, die nötige Ruhe und Abgeschiedenheit zu finden, die für eine erfolgreiche Rückkehr in das Alltagsleben notwendig ist.
Die Jugendlichen sind immer in Begleitung einer erwachsenen Betreuungsperson unterwegs und im Haus untergebracht.
Das Haus steht auch Mitarbeitenden der beteiligten Einrichtungen zur Verfügung.
Alle Gäste versorgen sich ausschließlich selbst, sind für Einkäufe, sowie An- und Abreise selbst verantwortlich
Die Pflege des Hauses übernehmen ehrenamtliche Hospitaleros, die den Gästen beratend zur Seite stehen.
Das Europäische Haus der Begegnung ist ganzjährig geöffnet.
Das Haus der Begegnung ist keine Pilgerherberge.

  • In krisenhaften Zeiten
  • In Zeiten, in denen besondere Ruhe und Zurückgezogenheit notwendig ist
  • In intensiven Vorbereitungszeiten für Schule und Beruf
  • In wichtigen Orientierungszeiten

Lage des Hauses

Das Europäische Haus der Begegnung in Foncebadon direkt am spanischen Jakobsweg. Foncebadon ist ein historisch wichtiger und sehr spiritueller Ort auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela und liegt 1493 Meter auf des „Monte Ilago“ in den „Montes des Léon“ der Ort wurde Mitte des letzten Jahrhunderts von seinen Bewohnern verlassen.

Mit der Zunahme der Pilgerschaft kehren langsam Leben und Bewohner in die Ortschaft zurück. Santiago de Compostela ist ca. 250 km entfernt und in 10 Pilgeretappen zu erreichen.
Fauna: Die Tierwelt rund um Foncebadón ist vielfältig, die meisten Tiere in den Wäldern sind Rehe, Hirsche, Wildschweine, Eichhörnchen und Füchse. Auch Wölfe kann es in dieser Gegend geben, die Zahl der Sichtungen ist aber stark rückläufig. Neben seltenen Vogelarten, wie dem Gänsegeier, dem Steinadler und Rebhühnern finden sich viele andere kleinere Tierarten, z.B. Nagetiere und Reptilien.
Die Flora der Umgebung ist reich an Baumarten wie Wacholder, Birke, Buche, weißer Eiche und Kiefern. Es finden sich auch viele Sträucher wie Escobales, Ginster und Heidekraut sowie Pflanzen und Kräuter wie Disteln, Stellaria, Calluna und Farn.
Klima: die durchschnittlichen Tagestemperaturen in Foncebadon bewegen sich zwischen -1 und 18 Grad Celsius. Sonnen- und Regenzeiten wechseln sich in dieser Gebirgsregion ab, es ist durchaus mit großen Temperaturunterschieden und Niederschlagsmengen zu rechnen.